Hünfeld PDF Drucken E-Mail
Stadt Hünfeld
Fläche: 119,77 km²
Einwohner: 16 373
Vorwahl: (+49) 6652
Postleitzahlen: 36088
Kfz-Kennzeichen: FD

 

Bürgerbüro der Stadt Hünfeld
Erdgeschoss/Zimmer 8
Konrad-Adenauer-Platz 1
36088 Hünfeld

Telefon: 06652/180-137





Hünfeld

Stadtteilen: Dammersbach, Großenbach, Kirchhasel, Mackenzell, Malges, Michelsrombach, Molzbach, Nüst, Oberfeld,Oberrombach, Roßbach, Rudolphshan, Rückers, Sargenzell

Der Name Hünfeld hat seine Wurzeln in »Feld an der Haun«. Erste Spuren menschlicher Besiedlung finden sich schon in altsteinzeitlicher Zeit und reichen bis in die Bronzezeit. Aus diesen vorgeschichtlichen Epochen sind bedeutende Funde im Stadt- und Kreisgeschichtlichen Museum zu sehen.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt in einer Schenkungsurkunde Karls des Großen, der 781 das Haunfeld an das blühende Kloster Fulda schenke. Das Dorf Hünfeld hat sich in der Folgezeit im Umfeld dieser Cella der Mönche aus Fulda entwickelt.

Um die Jahrtausendwende wurde die Klosterniederlassung in ein Chorherrenstift umgewandelt. Hünfeld muß in den ersten 200 Jahren seiner Entwicklung einen beachtlichen Aufschwung genommen haben, denn schon knapp ein Jahrhundert später besaß der Ort zwei Kirchen, die Stiftskirche und die heutige Stadtpfarrkirche. Noch heute zeugen die Gewölbekeller im Hünfelder Stiftsbezirk von dieser frühen Entwicklung. Der allgemeine Aufstieg der deutschen Wirtschaft im 11. und 12. Jahrhundert hinterließ auch in Hünfeld seine Spuren, zumal der Ort an der Heer- und Handelsstraße Antsanvia lag. Diese Straße verband später die Handelsplätze Frankfurt und Leipzig.

König Heinrich der VII. verlieh Hünfeld am 27. Juli 1310 die sogenannten »Gelnhäuser Stadtrechte«, die in der Folgezeit dem Gemeinwesen und der wirtschaftlichen Entwicklung weitere Anstöße geben sollten. In späteren Jahrhunderten hatte die Stadt allerdings immer wieder wegen ihrer Lage an der Antsanvia unter Kriegen und Feldzügen zu leiden. Besondere Lasten mußten die Bürger der Stadt und der umliegenden Dörfer im 30jährigen Krieg und im 19. Jahrhundert tragen. Allein Napoleon zog mit seinem Heer neunmal durch die Stadt.

Auch Johann Wolfgang von Goethe, der Dichter der Deutschen, kam auf seinen Fahrten von Weimar nach Italien und in die Schweiz mehrfach nach Hünfeld und widmete dem Jahrmarkt der Stadt ein allerdings wenig schmeichelhaftes Gedicht.

Insbesondere durch den Ausbau der Eisenbahnen verlor Hünfeld in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunehmend an wirtschaftlichem Gewicht. Der Güterverkehr verlegte sich von der Landstraße, die durch Hünfeld führte, auf die Schiene.

Zur Zeit der Deutschen Revolution um 1848 war in Hünfeld Johann Adam Förster Bürgermeister. Er gehörte zu den herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche.

Ein einschneidendes Ereignis der Hünfelder Stadtgeschichte war der »Große Brand von Hünfeld« am 29. Oktober 1888. Zum zweiten Mal im vergangenen Jahrhundert fiel einem verheerenden Großfeuer der gesamte Stadtkern zum Opfer. Mehr als zwei Drittel aller Häuser, Scheunen und Wirtschaftsgebäude wurden vernichtet. Bis heute wird das Stadtbild durch dieses Ereignis geprägt. Die für viele Kleinstädte typischen mittelalterlichen Fachwerkbauten fehlen in Hünfeld fast völlig.

Die Stadt erlebte in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts eine Phase beschaulichen kleinbürgerlichen Lebens, das jäh durch die Schrecken des Dritten Reiches und des zweiten Weltkrieges unterbrochen wurde. Während die Kernstadt Hünfeld selbst von direkten Kriegseinwirkungen weitgehend verschont blieb, bis auf ein Bombardement des Bahnhofes, bei dem 75 Menschen unter den Trümmern der Bahnunterführung ihr Leben lassen mußten, wurde der heutige Stadtteil Mackenzell beim Vorrücken der US-Streitkräfte Ostern 1945 erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Die Kirche, Teile des Schlosses und insgesamt 18 Gehöfte mit Wohnungen, Stallungen und Scheunen wurden während der Gefechte zerstört.

Nach dem Zweiten Weltkrieg verdoppelte sich durch die Ankunft von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen innerhalb weniger Jahre die Einwohnerzahl von Hünfeld. Das brachte zwar zunächst große Sorgen und Probleme insbesondere bei der Wohnungsbeschaffung, beeinflußte aber später nachdrücklich die hervorragende wirtschaftliche Entwicklung, welche die Stadt bis heute genommen hat.

Die gute wirtschaftliche Entwicklung der Stadt war um so erstaunlicher, als Hünfeld durch die Folgen des Zweiten Weltkrieges und des Kalten Krieges durch eine unmenschliche Grenze an den Rand der freien Welt gedrängt wurde. Um so größer war die Freude, als diese völker- und menschenrechtswidrige Grenze im Herbst 1989 endlich fiel. Unmittelbarer als in vielen anderen Regionen Deutschlands erlebten die Menschen hier die Wiedersehensfreude.

Info: http://www.huenfeld.de/stadt/stadtinfo_geschichte_6.htm

 
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