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Gemainde Künzell
Fläche: 30,29 km²
Einwohner: 16 293
Vorwahl: (+49) 661
Postleitzahlen: 36093
Kfz-Kennzeichen: FD
Stadtteilen: Künzell/Bachrain, Pilgerzell, Engelhelms, Dirlos, Dietershausen, Keulos, Wissels, Dassen
Die Gemeinde Künzell ist die zweitgrößte Gemeinde des Landkreises Fulda mit heute über 15.500 Einwohnern und acht Ortsteilen. Durch die Gebietsreform im Jahre 1971/72 wurden in die Gemeinde Künzell-Bachrain die Gemeinden Keulos, Wissels, Dassen, Dietershausen, Dirlos, Pilgerzell und Engelhelms eingegliedert. Die Großgemeinde Künzell liegt nahe der Barockstadt Fulda. Im Jahre 743 wurden dem Erzbischof Bonifatius vom fränkischen Hausmeier Karlmann aus fränkischem Königsgut größere Ländereien geschenkt.
Auf diesen errichtete der Fritzlarer Mönch Sturmius am 12. März 744 das Benediktinerkloster Fulda. Eine systematische Neubesiedlung des Landes hat von seiten des Klosters nicht stattgefunden. Man überließ dies dem freien Spiel der Kräfte und dem Zufall.
Im Talkessel des Oberlaufes des Grezzbaches entstand eine Neusiedlung, eine Cella, die nach ihrem Gründer, dem Mönch Chindolf, den Namen Chindecella oder Kindecella erhielt, der in den folgenden Jahrhunderten mehrfach wechselte und schließlich zum heutigen Namen Künzell führte. Diese Siedlung muß bereits im 9. Jahrhundert entstanden sein. Das gesamte Gebiet um Künzell war Klostereigentum.
Gegen Mitte des 12. Jahrhunderts hören wir vom Fuldaer Klosterbesitz in Künzell, der zur Propstei Frauenberg gehörte und aus mehreren indes neugebildeten Bauerngütern bestand. Im Jahr 1212 lassen sich mehrere Bauernstellen nachweisen, und um 1250 waren bereits vier Bauerngüter vorhanden. Zu sieben selbständigen Bauerngütern war das Dorf schließlich in 1510 herangewachsen. Vom 14. bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert war das Gebiet der
Gemeinde Künzell
Gemarkung Künzell an mehrere Grundherrschaften vergeben worden, die das Land in verschiedenen Größen an die Bauern, Hintersiedler und Hüttner verlehnten. Künzell gehörte mit Kirche und Schule zur Pfarrei Florenberg, einem großen Pfarrverband, der die Orte Bronnzell, Dirlos, Edelzell, Engelhelms, Kohlhaus, Pilgerzell, Keulos, Bachrain, Welkers, Löschenrod und Eichenzell umfaßte und ursprünglich der Propstei Johannesberg angeschlossen war.
Erst mit dem Bau der neuen Antoniuskirche im Jahre 1900/1902 und Errichtung einer eigenen Pfarrei im Jahre 1912 schieden Künzell und Keulos aus dem Kirchenverband Florenberg aus, nachdem bereits im Jahre 1842 die Schule nach Keulos und 1882 nach Künzell verlegt worden war.
Pilgerzell wird dagegen schon 830 in Urkunden als Biligrimcella genannt. Es war wie Künzell und später Keulos, Dirlos und Engelhelms nach dem kirchlichen Zentrum Florenberg eingepfarrt. Unter Abt Hadamar (927- 956) wurden Einkünfte aus Pilgerzell der berühmten Kunst- und Handwerksschule des Klosters Fulda überwiesen. 1510 besaß Pilgerzell 10 Viehhalter, 1871 gab es 43, 1938 53 Haushaltungen, darunter 46 Landbesitzer. Seit 1965 besitzt Pilgerzell eine eigene Kirche und ist seit 1967 eine eigenständige Pfarrei. Engelhelms wird 1276 urkundlich erwähnt. Von Abt Huoggi (891 - 915) wurde die Kirche auf dem Florenberg gebaut. Im Jahre 1967 konnte eine moderne Kirche, die Christkönigskirche, für Engelhelms und Edelzell eingeweiht werden.
Der kleine Ort Wissels, der im Jahre 1980 sein tausendjähriges Bestehen feiern konnte, wird bereits 980 erwähnt. 1727 spricht man von einer Rochuskapelle, die 1768 durch einen Neubau ersetzt wurde und später abgerissen wurde. Die heutige Kirche stammt aus dem Jahre 1954 und wurde zur Tausendjahrfeier von den Bürgern der Gemeinde Wissels in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Künzell renoviert.
1318 wurde die Gemeinde Dirlos erstmals erwähnt, als der Fuldaer Abt Heinrich VI. von Hohenberg den Rückkauf von Gütern "in villa Tyerolfes", auch "Tyrolffus", durch das Pfortenamt des Klosters bestätigte. Ihr Wahrzeichen ist der "Dicker Turm", einer der vielen mittelalterlichen Wacht- und Signaltürme rings um Fulda. In der Mitte des Ortes steht eine 1797 errichtete und 1832 vergrößerte Wegekapelle.
Eines der historisch interessantesten Dörfer ist Dietershausen an der Haune. Bereits im Jahre 810, genauer am 3. August, wurde es erstmals urkundlich erwähnt, als Theothart und sein Bruder Alphart zum Gedenken an ihren Vater Theotrich Besitzungen in dem im Grabfeld-Gau am Ufer der Haune gelegenen Orte "Theotrichesus" dem Kloster Fulda schenkten. Dietershausen war Mittelpunkt einer 1226 erwähnten Großpfarrei. Die Herren von Ebersburg hatten im 16. Jahrhundert das evangelische Bekenntnis in Dietershausen eingeführt. Durch den Fuldaer Fürstabt Balthasar von Dermbach wurde der Ort in 1603 aber wieder katholisch.
Bis zum Jahre 1950 herrschte in Künzell das bäuerliche Element vor. Ein lebhafter Strukturwandel in der Landwirtschaft trug dazu bei, in wenigen Jahren das Ortsbild zu verändern. Von einem Bauerndorf hatte sich Künzell zu einer modernen Wohnsitzgemeinde gewandelt. Der Ort war zur Stadtrand- und Wachstumsgemeinde geworden. Der Dorfcharakter wich, und Künzell bekam ein städtisches Aussehen.
Heute ist Künzell eine ausbaufähige, moderne Stadtrandgemeinde, die zwei Komponenten miteinander verbindet, ohne daß dies als störend empfunden wird. Ein stadtähnliches Ortsbild, aufgelockert mit großzügigen Grünanlagen und einer dörflichen Idylle. Künzell befindet sich fern dem Lärm und der Hektik der Stadt Fulda, doch aber inmitten des wirtschaftlichen Zentrums der Region.
Die Infrastruktur Künzells bietet alles, was zu einer attraktiven Wohngemeinde gehört: Post, Sparkasse und Banken, Ärzte, Apotheken, ein Altenwohnheim, das Gemeindezentrum, ansprechende Bürgerhäuser in den Ortsteilen oder sonstige Räume für Feierlichkeiten für jedermann, auch für Auswärtige, zu einem angemessenen Tagespreis, Grundschulen, Haupt-schule, Büchereien, katholische und evangelische Kirchen, Kindergärten und Spielplätze, Einkaufsmärkte sowie Einzelhandels- und Fachgeschäfte.
Von besonderer Bedeutung sind die Freizeitanlagen in Künzell. So wurde das ehemalige Waldschwimmbad an einen privaten Betreiber veräußert. Dieser hat es zu einem modernen Schwimm- und Freizeitzentrum, der "Rhön-Therme", umgebaut. Außerdem befinden sich in der Gemeinde mehrere Tennishallen. Für Freizeit, Sport und Spiel stehen Spiel- und Sportplätze, Kegelbahnen, Turnhallen, Reithallen, Schießstände, Büchereien, eine Minigolfanlage und ein ADAC-Verkehrsübungsplatz zur Verfügung.
Darüberhinaus laden rd. 70 Vereine und Organisatio-nen zur Freizeitgestaltung ein. Viele davon betreiben Jugendarbeit. Um wen es sich dabei handelt, was er tut, wie hoch die Mitgliedsbeiträge sind ..., sagt eine speziell für Jugendliche erarbeitete Info-Broschüre.
Sie ist in unserem Rathaus erhältlich.
Weiterhin hat man in Künzell ausgedehnten Ausflügen und Wanderungen in Naherholungsgebiete. Erwähnenswert sind hier insbesondere der Giebelrain, an dessen Fuß die Haunequelle entspringt, und der Florenberg mit einem sehenswerten Vogellehrpfad. Durch die vielen kulturellen Möglichkeiten hat sich ein reges Vereinsleben entwickelt. Alle Organisationen sind für Interessenten jederzeit offen. An den vielen Vereinen, die es in Künzell gibt, ist zu ermessen, wie groß die Zahl
der Interessengruppen ist, die sich zur Pflege der Gesellschaft, eines Hobbys, des Sports oder der Musik zusammengetan haben. Es gibt Turn- und Sportvereine, Rhönclub-Zweigvereine, Karnevalsvereine, Gesangver-eine, Brieftaubenvereine, Schützenvereine, Reit- und Fahrvereine, Tennisverein usw.
Tja, in Künzell läßt es sich eben leben.
Info: http://www.dingelstaedt-eichsfeld.de/cms/index.php?option=com_content&view=article&id=69&Itemid=72
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