Landkreis Fulda PDF Drucken E-Mail
Landkreis  Fulda
Fläche: 1.380,40 km²
Einwohner: 219.813
Land: Hessen
Kfz-Kennzeichen: FD  

Kreisverwaltung

Wörthstraße 15

36037 Fulda


 

 

 


Landkreis Fulda

Karte: http://www.wirtschaftsregionfulda.de/


Städte: Fulda, Gersfeld, Hünfeld, Tann

 

Gemeinden: Bad Salzschlirf, Burghaun, Dipperz, Ebersburg, Ehrenberg, Eichenzell, Eiterfeld, Flieden, Großenlüder, Hilders, Hofbieber, Hosenfeld, Kalbach, Künzell, Neuhof, Nüsttal, Petersberg, Poppenhausen, Rasdorf

 


Das fast 1400 Quadratkilometer große Gebiet zwischen Rhön und Vogelsberg - von der Fulda durchschnitten - bildet das Verwaltungsgebiet des hessischen Landkreises Fulda, mitten im Herzen Deutschlands und damit auch Europas gelegen. Als ihren kulturellen und wirtschaftlichen Mittelpunkt umschließt diese vielfältig gestaltete, vom Flußtal beiderseitig fast bis zu tausend Höhenmetern ansteigende Landschaft die Barockstadt Fulda. In der altehrwürdigen Bonifatiusstadt - welche 1994 stolz ihr 1250-jähriges Jubiläum feiern konnte - ist auch der Sitz der Kreisverwaltung.

Königsland für Musterkloster

Seit Gründung des Benediktinerklosters Fulda am 12. März 744 durch Sturmius und seine Gefährten im Auftrag des angelsächsischen Glaubensboten Bonifatius ist dessen Geschichte, die der Stadt und des ganzen Hochstiftes Fulda mit der Geschichte des Landkreises unlösbar verknüpft. Freilich durchzogen schon einige tausend Jahre zuvor Menschen unsere Heimat, wie Keramikfunde aus der Zeit um 5.000 Jahre vor Christus beweisen. Mittlerweilen geht die Wissenschaft bei einigen Funden wie Faustkeilabschlägen aus Flint, Quarz und Kieselschiefer sogar von einem Alter von mehreren hunderttausend Jahren aus, also über die mittlere Altsteinzeit hinaus.

Um die materielle Versorgung zu sichern, hatte der fränkische Hausmeier Karlmann auf Bitten Bonifatius dem Kloster die umliegenden Ländereien geschenkt. Dieser erste Landkreis Fulda vergrößerte sich in der Folgezeit rasch. 751 wird das Kloster direkt dem Papst unterstellt, 774 wird es durch Karl den Großen reichsunmittelbar. Danach beginnt seine Blütezeit als eines der geistlichen und kulturellen Zentren des Abendlandes. 1019 erhält Fulda Markt-, Münz- und Zollrecht verliehen, 1157 von Kaiser Friedrich Barbarossa die Stadtrechte.

Napoleon schafft neue Fakten

Krönender Abschluß der geistlichen wie der politischen Entwicklung Fuldas war seine Erhebung zum Fürstbistum 1752. Es sollte sich seiner neuen Würde aber nicht lange erfreuen können. Unter den Stiefeln der napoleonischen Armeen zerbrach die bisherige, tausend Jahre währende territoriale Ordnung. Durch die Bestimmungen des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 wurde das Fürstbistum Fulda mit seinen etwa 95.000 Einwohnern wie alle geistlichen deutsche Fürstentümer säkularisiert. Am 6. Dezember 1802 war mit Wilhelm Friedrich von Oranien bereits ein neuer weltlicher Regent an die Macht gekommen, der aber bereits 1806 wieder abgesetzt wurde.
Nach vier Jahren unmittelbarer französischer Militärverwaltung durch Marschall Mortier kam die Provinz nun als Departemént Fulda zum neuen Großherzogtum Frankfurt, bevor es durch den Wiener Kongreß 1816 zwischen Preußen und Österreich geteilt wurde. Aufgrund eines Staatsvertrages erhielt im gleichen Jahr Bayern von Österreich die alten südfuldischen Landesteile, während die nördliche Region samt Fulda dem Kurfürstentum Hessen-Kassel einverleibt wurde. Kurfürst Wilhelm I. gliederte sich das ehemalige Stiftsgebiet mit einigen Abstrichen als Großherzogtum Fulda ein.

Anno 1821: Geburtsstunde des Landkreises

Unter Kurfürst Wilhelm II. ging man zu einer zentralistischen Verwaltung über. Aus dem Großherzogtum wurde eine Provinz, die in vier Kreise zerfiel, darunter der Kreis Fulda, dessen Bildung durch die kurfürstlich hessische Regierung am 29. Juni 1821 erfolgte. Der Verwaltungssitz befand sich in der Stadt Fulda. 1851 erhielt erstmals die Kreisbehörde die Bezeichnung Landratsamt.

Nach dem deutsch-österreichischen Bruderkrieg von 1866 wurde aus dem kurhessischen Landkreis ein preußischer. Zudem mußte Bayern sein Bezirksamt Gersfeld an Preußen abgeben, das fortan einen eigenen Landkreis bildete. Kreis und Kreisstadt Fulda sowie der Kreis Gersfeld waren nunmehr Bestandteil des Regierungsbezirkes Kassel im Königreich Preußen.

Nach dem Untergang der preußischen Monarchie setzten nach dem Ende des Ersten Weltkrieges Bestrebungen für ein Ausscheiden der Stadt Fulda aus dem Kreis ein, was schließlich durch einen Erlaß des Ministers des Innern im Jahr 1927 vollzogen wurde. Als Gegenleistung löste man den Kreis Gersfeld am 1. Oktober 1932 auf und gliederte das Gebiet in den Landkreis Fulda ein.

Meilensteine zur Neuzeit

In den vergangenen Jahrhunderten lebten die Bewohner des Fuldaer Landes im bescheidenen Maße von Ackerbau, Viehzucht und Waldwirtschaft. Hier und da entstanden kleine Hausindustrien. Vor allem die Leinen- und Wollweberei muß genannt werden. Daneben gab es auch Holzschnitzerei sowie die Herstellung von anderen Gebrauchsgegenständen.

Die Erschließung des Kreisgebietes durch die Eisenbahn erfolgte relativ spät. Erst 1860 begann der Bahnbau Bebra-Hanau und wurde 1866/67 zu Ende geführt. Später kamen die Rhönbahnen und andere Strecken als wichtige Meilensteine auf dem Weg ins heutige Industriezeitalter hinzu. Besondere Ereignisse waren auch die Anbindung an das Bundesautobahnnetz im Jahr 1968 und die Fertigstellung der Schnellbahntrasse Würzburg-Hannover im Jahr 1988.

Neue Verwaltungsstrukturen schuf 1972 die Hessische Verwaltungsreform mit der Bildung von 23 Großgemeinden, der gleichzeitig der Landkreis Hünfeld zum Opfer fiel. Dabei gab es an den Grenzen zum Altkreis Schlüchtern, zum Kreis Hersfeld-Rotenburg und zum Vogelsbergkreis geringfügige Verschiebungen. Auch wurden 24 Umlandgemeinden in die Stadt Fulda eingemeindet, die 1974 rückgekreist wurde und 1979 einen Sonderstatus erhielt.
Als herausragendes Ereignis ist die deutsch-deutsche Grenzöffnung im Herbst 1989 in die jüngere Geschichte eingegangen. Neben all der Freude hat sie für den Landkreis aber auch eine Fülle neuer Aufgaben gebracht. 1996 wurde mit einer Reihe von Aktivitäten festlich das 175jährige Kreisjubiläum begangen. Aus diesem Anlaß ist eine Monographie mit dem Titel "175 Jahre Landkreis Fulda 1821-1996, Geschichte und Aufgaben des Landkreises Fulda" erschienen.
Seit 1973 ist Fritz Kramer als 21. Nachfolger des ersten Fuldaer Landrates Friedrich Fondy (1821 - 1841) im Amt. Wichtige Sachprobleme stehen an, für sie müssen gemeinsame Lösungen erarbeitet werden, um in Einklang mit Natur und Umwelt die Lebensqualität für die Menschen im Fuldaer Land auch in Zukunft weiter zu verbessern.

Kreisausschuss Fulda

Info: http://www.fuldaerzeitung.de/sixcms/detail.php?id=42261

 
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